Praxis & Medizin

Golfplatz und Parkinson-Risiko

Besser nicht am Golfplatz wohnen.

Bei einer Analyse der Krankenakten von 419 Parkinson-Erkrankten sowie von 5113 Kontrollpersonen kamen US-Forscher zu einem beunruhigenden Ergebnis:

die Erkrankten lebten im Schnitt etwa 2,8 km von einem der 139 untersuchten Golfplätze entfernt, die Gesunden 3,2 km. Wer in weniger als etwa 4,8 km Entfernung zum nächsten Golfplatz wohnte, hatte ein um 2 bis 3-fach erhöhtes Risiko an Parkinson zu erkranken, als Menschen mit einem Wohnsitz in über 9,7 km Entfernung.

Die wahrscheinlichste Ursache liegt in der Pflege der Golfplätze, dem sogenannten Greenkeeping. Hier kommen Pestizide zum Einsatz, die nachgewiesenermaßen neurodegenerative Prozesse fördern können, was zu Parkinson führen kann.

In der Studie hatten Menschen, die ihr Trinkwasser aus einem Grundwassergebiet mit Golfplatz bezogen, ein um 96% erhöhtes Risiko für Parkinson. Auch die Aufnahme über die Luft scheint relevant zu sein, da der Zusammenhang zwischen Golfplatznähe und Erkrankung auch dann noch bestand, wenn man die Wasserverschmutzung berücksichtigte.

Ein Vorschlag der EU-Kommission, der vorsah, die Pestizidnutzung in bestimmten Bereichen wie Parks oder Golfplätzen zu reduzieren, wurde 2024 zurückgezogen, nach starkem Widerstand aus der pestizidherstellenden Industrie.

Fazit: Ein Wohnort in Golfplatznähe kann gesundheitsgefährdend sein.

Quelle: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2833716

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Dr. med. Andreas Asch, Ihr Hausarzt in Stuttgart
Facharzt für Allgemeinmedizin